Job-Wechsel und andere Abenteuer – Episode 48

13. Juni 2026

Die inneren Antreiber

„Unsere wahre Aufgabe ist es, glücklich zu sein.“ (Dalai Lama)
Hannover, Montagmorgen, 8:25 Uhr: Vor dem Gebäude der Messebau-Firma Kohlhaupt stoppt ein Rettungswagen vom DRK. Drinnen herrscht helle Aufregung und große Besorgnis um Shiori. Sie klagt über Herzrasen, liegt auf dem Fußboden ihres Büros. Die Putzhilfe hatte sie gefunden und rief sofort die 112.

Shiori ist Architektin mit japanischen Wurzeln. Sie ist bekannt für ihre enormen Überstunden. In ihrer japanischen Heimat heißt das Phänomen Karoshi. Oft genug hat Kai, ihr Chef, sie ermahnt, sich mehr Ruhe zu gönnen. „Wann warst Du denn heute Morgen hier?“ fragte er sie, nachdem die Sanitäter Shiori stabilisiert hatten. „So um 6 Uhr, ich konnte nicht schlafen.“ „Das ist jetzt nicht Dein Ernst! Regine begleitet Dich zum Arzt und bringt Dich anschließend nach Hause.“

Arbeitssüchtige betreiben Raubbau am eigenen Körper und an ihrer Psyche. Denn sie arbeiten exzessiv und pausenlos, getrieben von einem inneren Zwang – die 5 inneren Antreiber:
Sei perfekt! Sei stark! Streng Dich an! Mach es allen recht! Beeil Dich!

Für die meisten treffen die „5 inneren Antreiber“ zu. Ob Du ein Typ dafür bist, kannst Du hier testen
www.muenchen-klinik.de/psyche-seele-psychische-erkrankungen/burnout/burnout-test/

Doch wie ging es weiter mit Shiori? Natürlich wurde sie erst einmal krankgeschrieben. Das verschaffte ihr eine Atempause, um runterzufahren. Mit Kai verabredet sie eine Auszeit von 6 Monaten. Mit ihrem Hausarzt bespricht sie ihre Situation. „Stärken Sie Ihre Resilienz! Ich meine damit eine psychische Widerstandsfähigkeit aufzubauen. Dazu gehört, sich selbst realistische Ziele zu setzen. Aber auch Selbstfürsorge in Form von Achtsamkeitstraining sowie Entspannungstechniken wie etwa Meditation sind wichtig und die Vermeidung von Stress. Sie müssen stärker selbstbestimmt arbeiten!“

Shiori macht lange Spaziergänge in den Herrenhäuser Gärten und hat schließlich eine Idee. Sie hat verstanden, dass sie nicht wie bisher weitermachen kann. Sie liebt ihren Beruf und möchte im Messebau bleiben, aber nicht in das Hamsterrad zurück. Sie traut sich zu, als Freelancerin ihr Arbeitsvolumen selbst zu bestimmen und mit weniger Geld auszukommen. Kai ist einverstanden, mit ihrem Steuerberater bespricht sie die Ausgestaltung eines Vertrages und wie eine Scheinselbständigkeit vermieden wird. Langsam geht es ihr besser.
Don’t you know I’m still standing better than I ever did. Looking like a true survivor, feeling like a little kid. I’m still standing after all this time. (Elton John „I’m still standing“)

Niederschwellig und sofort umsetzbar sind die Ratschläge von Jochen Mai/ karrierebibel.de
Etabliere eine 7-Stunden-Schlaf-Regel: Trage dir ab heute 7 Stunden Schlafzeit als festen Termin in den Kalender ein – wie ein wichtiges Meeting. Studien zeigen: Unter 6 Stunden sinkt deine Produktivität um 25%, über
7 Stunden steigt sie messbar.

Verhandle einen Autonomie-Baustein pro Monat:
Bitte deinen Vorgesetzten um EINE konkrete Selbstbestimmung – z.B. Homeoffice am Freitag oder flexible Kernarbeitszeit. Jeder gewonnene Autonomie-Faktor senkt dein Burnout-Risiko um durchschnittlich 12%.

Nutze die 90-Minuten-Zyklen:
Arbeite in Blöcken von maximal 90 Minuten mit 15-minütigen Pausen dazwischen. Das entspricht deinem natürlichen Ultradian-Rhythmus und verhindert die schleichende Erschöpfung, die zum Burnout führt.